Vom Flughafen Malaga sind es zwei Stunden nach Roquetas, immer im Sonnenschein an der Küste entlang. Wir fühlen uns gleich wie zu Hause, als wir in der Pastorenwohnung im neunten Stock eines Hochhauses ankommen. Die wichtigsten Lebensmittel liegen im Kühlschrank. Die Betten sind gemacht. Schön da oben… 

 

Ein paar Tage bleiben, uns auf unsere Aufgaben einzustellen. Mitarbeiter der „Deutschen Evangeliumsgemeinde“ planen mit uns den ersten Gottesdienst. Am Sonntag laufen wir zum Gemeindehaus. Nur zehn Minuten zu Fuß. Wir sind gespannt, was uns erwartet. Und sicher sind die Besucher gespannt aufs neue Pastorenpaar.

 

Meistens sind wir, Angelika und Jörg, im Gottesdienst gemeinsam aktiv. Moderation, Predigt, Lesungen, Zeugnisse und Erlebnisse – wir versuchen uns zu ergänzen. Das Evangelium soll nicht nur verkündet, sondern auch mit Geschichten und Beispielen vertieft werden. Wir beten und hoffen, dass alle von irgendeinem Aspekt der Guten Nachricht angesprochen werden. 

 

Am Dienstagnachmittag sitzen etwa zehn Personen im Gemeindesaal um den Tisch. In der Bibelstunde sprechen wir über einen Abschnitt aus Gottes Wort. Die meisten Teilnehmer beteiligen sich. Sie erzählen ihre Erfahrungen mit Jesus oder finden gute Erklärungen, wie sie den Bibeltext verstehen. Und dann beten wir miteinander.

 

Mit der Zeit lernen wir viele Frauen und Männer – ab und zu sind Kinder und ein Hund mit dabei – persönlich kennen: die „Auswanderer“, die in Spanien eine neue Heimat gefunden haben. Und die Urlauber, die zwei- oder dreimal im Gottesdienst sind. Wir begrüßen sie an der Tür. Tauschen uns nach dem Gottesdienst im Gemeindesaal bei Kaffee und Kuchen aus. Oder sitzen mit ihnen in lockerer Runde in einer Tapas-Bar um die Ecke. Dann hören wir ab und zu die Frage: „Treffen wir uns heute Abend in dem oder jenem Café?“ Ja, dort reden wir weiter…

 

Kontakte knüpfen, Menschen unterschiedlichster Art begegnen – das liegt uns am Herzen. Also fahren wir gerne mit zum Wochenmarkt im Stadtzentrum. Da gibt es ziemlich alles: Stoffe und Blumen, Obst und Elektronik, Gemüse und … eine deutsche Würstchenbude. Und davor sammeln sich alle, die Pommes und Currywurst lieben. An den Biertischen fällt es uns leicht, andere anzusprechen. Ob sie die Gottesdienste kennen? „Ihr seid herzlich willkommen!“ Tatsächlich, einige sind am nächsten Sonntag dabei.

 

Sind wir ununterbrochen für Jesus im Einsatz? Nein, es bleibt uns – neben aller Vorbereitung für die Gottesdienste – Zeit, zu zweit in der Sonne am Meer zu entspannen. Unten im Haus stehen zwei Räder, die wir nutzen können. Damit fahren wir den langen Strand entlang. Wir sehen wilde Flamingos, verfallene Bauernhöfe, weiße Plastikplanen der Gewächshäuser und in der Ferne die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada. Wir staunen über die Vielfalt der Natur und freuen uns an Gottes Schöpfung. 

 

Jeden Tag entdecken wir Neues und finden uns zwischen den Hotels immer besser zurecht. Hier und da treffen wir Fremde, mit denen wir über den Glauben an Jesus ins Gespräch kommen. Dabei erfahren wir interessante und leidvolle Lebensgeschichten. 

 

Die Zusammenarbeit mit den Leitern und Mitarbeitern der Gemeinde ist harmonisch und liebevoll. Sie fragen uns am Ende unseres Dienstes, ob wir wiederkommen. Ja, gerne. Einige bestätigen uns, dass sie sich auf uns freuen. Wir sind sicher, dass die „Deutsche Evangeliumsgemeinde Roquetas“ Zukunft hat. Das möchten wir unterstützen. Mit Gottes Hilfe. 

 

Sind Sie auch dabei?

 

Angelika und Jörg Enners

2023 – 2024 - 2025